Resilient führen in Zeiten des Wandels - Interview Prof. Dr. Jutta Heller
Shownotes
Veränderung, Unsicherheit und steigender Druck gehören für viele Führungskräfte längst zum Alltag. Doch wie gelingt es, in herausfordernden Zeiten selbst stabil und handlungsfähig zu bleiben – und gleichzeitig Mitarbeitenden und Teams Orientierung zu geben?
In dieser Folge des Veränderungskatalysators spreche ich mit Prof. Dr. Jutta Heller, Coach, Trainerin, Rednerin und Autorin über das Thema Resilienz.
Jutta Heller versteht Resilienz als Regulationskompetenz, also die Fähigkeit, sich im Inneren zu stabilisieren, um im Außen flexibel und situationselastisch handeln zu können. Im Gespräch verbinden wir wissenschaftliche Erkenntnisse zur Resilienz mit der konkreten Führungspraxis.
Wir sprechen unter anderem darüber,
- wie Resilienz heute wissenschaftlich verstanden wird und was das für Führung bedeutet,
- welche Faktoren die persönliche Resilienz von Führungskräften stärken,
- welchen Einfluss Führung auf die Resilienz von Mitarbeitenden hat,
- was resiliente Teams auszeichnet und wie Führungskräfte entsprechende Bedingungen schaffen können,
- und wo organisationale Resilienz beginnt.
Eine Folge für Führungskräfte und alle, die Veränderungsprozesse begleiten und sich die Frage stellen: Wie können wir auch dann gut führen und gestalten, wenn die äußeren Bedingungen unsicher bleiben?
Prof. Dr. Jutta Heller begleitet Führungskräfte, Teams und Organisationen dabei, ihre Resilienz zu stärken und auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben. In Coachings, Trainings, Vorträgen und Teamentwicklungsprozessen verbindet sie wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse mit praxistauglichen Ansätzen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Menschen und Organisationen konstruktiv mit Belastungen und Veränderungen umgehen und Zukunftsmut entwickeln können.
Mehr zu Prof. Dr. Jutta Heller findest du hier:
- Website: https://juttaheller.de/
- Resilienz-Magazin: https://juttaheller.de/resilienz-wissen/
- LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/prof-dr-jutta-heller/
- Weiterbildung Resilienzberatung: https://juttaheller.de/ausbildung-resilienzberater/
Transkript anzeigen
00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu Deinem Veränderungskatalysator, dem Podcast zur Führung Coaching & Wissenschaft.
00:00:10: Mein Name ist Yasmin Schweiger ich bin Wirtschaftsphäiologin mit der Schwerpunktführung
00:00:15: Gründerin
00:00:16: der Online-Academy für Leadership Coaching und auf der Mission Führungen zukunftsfähig sinnhaft und nachhaltig auszurichten.
00:00:23: Schön dass Du da bist und wir gemeinsam die Arbeitswelt der Zukunft gestalten!
00:00:36: Veränderung bedeutet fast immer auch Unsicherheit.
00:00:39: Gewohnte Strukturen geraten in Zwanken, Entscheidungen müssen getroffen werden – obwohl noch nicht alle Antworten auf dem Tisch liegen.
00:00:45: und gerade Führungskräfte stehen dann vor einer besonderen Herausforderung.
00:00:49: Sie sollen Orientierung geben und andere durch den Wandel begleiten, während sie selbst mit Druck-und-Unsicherheit umgehen müssen.
00:00:56: Genau hier kommt Resilienz ins Spiel!
00:00:58: Doch was bedeutet es eigentlich Resilienz zu führen?
00:01:01: Wie genau können Führungskräfte sich selbst stabilisieren und gleichzeitig die Resilience ihrer Mitarbeitenden und Teams stärken, wo endet die Verantwortung des Einzelnen und beginnt die Verantwortung der Organisation.
00:01:12: Darüber
00:01:12: spreche ich heute mit Professor Dr.
00:01:14: Jutta Heller, sie ist Coach, Trainerin, Rednerin und Autorin um beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Resilienz.
00:01:21: Dabei unterstützt Sie Führungskräfte Teams und Organisationen dabei ihre Resilience zu stärken auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben.
00:01:30: Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Ansätzen für die Praxis.
00:01:35: Resilienz versteht sich als Regulationskompetenz, die Fähigkeit, sich im Inneren zu stabilisieren um im Außen flexibel und situationselastisch handeln zu können.
00:01:43: Da werden wir sicher gleich auch nochmal drauf schauen!
00:01:47: Wir werden uns heute mit der Frage beschäftigen wie gelingt resiliente Führung in Zeiten des Wandes?
00:01:52: Herzlich willkommen beim Veränderungskatalysator, liebe Jutta!
00:01:55: Schön dass du da bist.
00:01:57: Ja, herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:59: Ich freue mich sehr auf den Austausch jetzt mit dir zu diesem Thema Resilientes führen weil es aus meiner Sicht eines der Schlüsselthemen ist dass Organisationen letztlich zusammen mit ihren Mitarbeitenden sich einfach auch stabil und flexibel zugleich eben heutzutage positionieren können.
00:02:19: Genau, bevor wir inhaltlich noch mal tiefer reingehen vielleicht stellst du dich einmal nochmal mit eigenen Worten vor.
00:02:25: Ich habe ja so ein bisschen einleitend schon was gesagt aber gern auch nur aus Deiner Sicht.
00:02:29: wer bist Du?
00:02:30: Was machst Du?
00:02:31: Ja, wer bin ich?
00:02:32: Ich sage immer es gibt ein erstes und zweites Leben bei mir und dieser Übergang hat mit persönlichen Resilienzerfahrungen zu tun wobei ich das damals noch nicht meine Krisen als Resilience Erfahrung bezeichnet hätte.
00:02:47: Daraus habe ich dann aus diesen Learnings, ich hab das sehr stark auch aufgearbeitet zusammen mit einer Psychologin.
00:02:54: Daraus ist mein erstes Konzept entstanden zu individueller Resilienz und habe aber sehr schnell gemerkt, dass reicht nicht weil wir brauchen nicht nur die Verhaltensprävention also bei uns selbst draufzuschauen sondern der Kontext ist relevant, also Verhältnisprävention.
00:03:11: und damit war ich bei der Organisation Und dann kam das Team dazu, weil Team und die Führung ist natürlich die Schnittstelle, damit insgesamt ein Unternehmen laufen kann.
00:03:20: Und daraus ist eben jetzt innerhalb von... Jetzt sind es schon dreizehnt, vierzehn Jahre, dass ich eigentlich ausschließlich mit dem Thema Resilienz arbeite.
00:03:29: Daraus ist dieses Gesamtkonzept entstanden.
00:03:33: Wir werden heute auch versuchen diese drei Ebenen uns anzuschauen, Individuum, Team, Organisation.
00:03:40: Ich würde sagen, wir starten einfach mal ganz allgemein.
00:03:44: Wie verstehst
00:03:45: du
00:03:46: Resilienz?
00:03:47: Also was ist für dich Resilience?
00:03:50: Resiliens ist also resiliere.
00:03:54: lateinischer Begriff heißt ja erstmal ganz einfach wenn da irgendwie Druck da ist dann gibt es einen Anpassungsprozess und dann geht man Material zumindest als Eigenschaft in die Ausgangsform zurück, wenn es resilient ist.
00:04:07: Der Mensch kann zum Glück ein bisschen mehr.
00:04:09: wir können immer wieder darüber nachdenken wie bin ich mit Situationen umgegangen und durch diese Reflexion kommen wir auch ja ins Lernen letztlich hinein.
00:04:18: also Resilienz ist einfach wenn Belastungen Krisen da sind ein Ja Anpassungsprozess, dynamisch immer wieder.
00:04:28: Und deswegen kann man aus meiner Sicht auch nicht sagen ich bin resilient sondern es ist immer wieder neu in der Situation zu schauen.
00:04:36: was brauche ich denn jetzt gerade angesichts der unterschiedlichen Dinge mit denen wir zu tun haben?
00:04:42: dass wird da eine Stabilität kommen aber gleichzeitig auch eine Flexibilität zur Hand haben.
00:04:50: Und genau deswegen ist mein Begriff eben auch nicht Widerstand, sondern ich sage es geht um eine Regulationskompetenz und deswegen immer relevant zwischen dem was ist innen?
00:05:02: Was ist außen?
00:05:04: Innen bei mir als Individuum.
00:05:07: Was ist im Außen?
00:05:08: wie bin ich am Handeln?
00:05:09: genauso kann man das auf das Team beziehen und da inkludiert es natürlich auch die Führungskraft innerhalb des Teams.
00:05:15: Was können wir machen?
00:05:18: zeigen wir uns nach außen in der Organisation oder je nachdem, wenn es ein Vertriebsteam ist.
00:05:23: Wie ist das dann zum Kunden auch?
00:05:25: Wie treten wir da auf?
00:05:27: und natürlich muss die Organisation einerseits gucken, wie innerhalb die Strukturen und Prozesse sind Und außerhalb gehen sie mit den ganzen Einflüssen, ob das jetzt aus der Politik kommt, irgendwelche Regularien oder wie Sie mit Kunden umgehen.
00:05:42: Also immer dieses Wechselspiel.
00:05:44: innerhalb dessen wird ganz vereinfacht gesagt auf Stabilität und Flexibilität gucken müssen.
00:05:54: Jetzt bleiben wir doch gleich mal beim Individuum, starten wir mal damit also in Führungskräfte.
00:06:00: ich habe es ja gerade schon in der Einladung kurz gesagt sind vielen Veränderungen gerade ausgesetzt zusammen mit dem Team.
00:06:10: aber Grundsätzlich ist es ja auch so, als Führungskraft habe ich immer die Aufgabe sozusagen für meine eigene Resilienz zu sorgen und auf der anderen Seite auch auf mein Team zu schnappen.
00:06:21: Es ist eine doppelte Rolle.
00:06:25: aber starten wir doch mal mit dem Individuum Führungskraft.
00:06:29: Welche Faktoren stärken denn die Resilience von Führungen auf individueller Ebene?
00:06:36: Also, vielleicht fang ich ans bei einem kleinen Beispiel deutlich zu machen.
00:06:40: Gerne.
00:06:40: Und mal an eine Führungskraft erfährt das in dem Moment dass ein großes wichtiges Projekt gestoppt werden soll aus welchen Gründen auch immer?
00:06:50: Dann könnte so eine automatische und ich sage jetzt bewusst Stressreaktion sein sofort ins Handeln, ins Rennen gehen Lösungen suchen Aufgaben verteilen Druck machen aufs Team Dass man gemeinsam schaut.
00:07:03: können wir das irgendwie doch noch retten?
00:07:05: oder Wie auch immer.
00:07:07: Und Regulationskompetenz, wie ich es definiert habe, braucht vielleicht erst mal ein kurzes Innerhalten?
00:07:14: Was löst denn jetzt diese Information bei mir aus?
00:07:17: Was macht das mit
00:07:18: mir?".
00:07:19: Also das heißt wir brauchen eigentlich in diesem Moment diese Selbststeuerung.
00:07:23: zwischen Reals und Reaktion liegt die Freiheit.
00:07:26: Kurz zu entscheiden was braucht's.
00:07:29: Vielleicht braucht man erst mal Orientierung, die Ertäuschung auch ein Stück weit zu verarbeiten und dann den Lösungsmodus.
00:07:37: Und dann kommen wir zu verschiedenen... Ich nenne es eigentlich so Schlüssel der Resilienz weil wir damit einfach für uns Unterstützung organisieren können.
00:07:48: Das erste wäre gehe ich jetzt ins Hadern und will dagegen arbeiten oder akzeptiere ich Und Akzeptanz wäre aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Aspekt, nicht im Sinne von jetzt Kopf in den Sand stecken.
00:08:01: Sondern es ist wie's ist!
00:08:03: Also wirklich realistisch knallhart kann ich vielleicht auch sagen die Fakten anzuerkennen.
00:08:10: Möglicherweise noch mehr Fakte zu sammeln, dass man das gut beurteilen kann und dann sagen auf dieser Basis was mache ich jetzt raus?
00:08:19: So, dann sind wir beim zweiten Aspekt und der ist laut der neueren Forschungen mit am härtesten Bewiesen nämlich Optimismus.
00:08:29: An der Uni Mainz gibt es einen ganz großen Forschungsbereich im Leibniz-Institut die sich mit Resilienz beschäftigen unterschiedliche Disziplinen, die zusammenarbeiten und Professor Kardisch, der dort führend ist, der sagt Wir brauchen einen positiven Bewertungsstil.
00:08:47: Also ich sage es vereinfacht, wenn wir uns die Dinge in Tick schöner reden als sie sind.
00:08:53: Da führt das dazu und das hat wiederum mit neurobiologischen Prozessen zu tun dass wir hier neokortex in unserer Denkfähigkeit bleiben damit auch ja wirklich realistisch beurteilen können.
00:09:06: wie kann ich jetzt in der Situation handeln?
00:09:10: Weil immer dann, wenn wir in diese automatischen Stressmuster einsteigen kämpfen dagegen gehen.
00:09:15: Dagegen halt einen Widerstand oder gar Flüchten ... Boah!
00:09:20: Ich hab keine Ahnung mehr wie ich damit umgehen soll... Oder ich warte erstmal ab, Tod stellen.
00:09:25: also es werden die drei Varianten von Stressreaktionen Dann übernimmt ganz einfach diese Prozesse ausgedrückt, die am Mückterler die Regierung Also ein Kern in unserem Gehirn, der letztlich für diese ganzen Überlebensprozesse zuständig ist.
00:09:43: Ja und wenn es ums Überleben geht, anfangen würden groß nachzudenken dann wäre das früher tödlich ausgegangen.
00:09:52: Diese Basiselemente sind immer noch in unseren Genen mit drin, in unseren Verhaltensmustern Und deswegen ist es so wichtig, mit den positiven Emotionen dafür zu sorgen dass eben nicht die Ambygdalo anfängt sondern das wir eher im neutralen oder eben im positiven Bereich bleiben um die Denkfähigkeit anzukurbeln.
00:10:13: So und wenn man dann noch zusätzlich eine Prise Selbstwirksamkeit dazu nehmen?
00:10:18: Im Sinne von was sind meine Stärken?
00:10:19: wo kann ich jetzt gut ansetzen dass wir, wenn es um Eigenverantwortung geht auf der inneren Bühne so nenne ich das ganz gerne.
00:10:27: Dass wir da nicht mit ja und selbst destabilisierten inneren Überzeugungen unterwegs sind im Sinne von Ja, ich kriege das ja eh nicht hin, wusste ich ja im Voraus.
00:10:38: Das ist auch in Richtung pessimistische Grundhaltung.
00:10:42: oder auch sehr hübsch, wenn's einen inneren Kritiker gibt, der sagt mach streng dich an und noch mehr darfst ihr keine Pause gönnen, dann ist das eine hervorragende Kombination.
00:10:56: Dass die Führungskräfte irgendwann nicht mehr können oder egal wer jeder Mensch irgendwann nicht merken.
00:11:03: Dann braucht man noch einen Schluss in Lösungsorientierung wobei es jetzt nicht nur um anpacken geht sondern ich schau gerne eine Ebene dahinter was der Menschen wirklich wichtig.
00:11:15: Worauf wollen sie irgendwann am Ende ihres Lebens auch stolz sein?
00:11:19: Und das ist wahrscheinlich nicht noch mehr geleistet zu haben, sondern ganz andere und es bei jedem Menschen unterschiedlich was man gerne in seinem Leben haben möchte.
00:11:28: Dann braucht man natürlich auch sowas wie eine Netzwerkorrientierung.
00:11:32: Wir brauchen irgendwie ein Buddy an unserer Seite wo wir uns auch mal austauschen können Wo ich nehme gern diesen Begriff uns zumuten können dem, wie wir einfach sind und nicht ständig nur irgendwie eine Fassade zeigen.
00:11:48: Ja natürlich auch Zukunftsorientierung und Zukunfts Orientierung heißt nicht nur schneller höher weiter sondern heißt für mich ganz zentral auch für das eigene Wohlbefinden.
00:12:01: darauf achten was kann ich da in meinen Tagesablauf integrieren dass sich immer wieder dieses Ich bin bei mir ein Stabilitätsempfinden und aufbauen kann.
00:12:12: Also das kann durchaus sehr komplex sein, wo man also beim einzelnen Menschen hingucken kann was braucht es damit Menschen für sich einfach da leichter durch die Welt gehen können?
00:12:23: und ich glaube dass wenn ich das zusammenfasse dieses sie sind tick leichter machen.
00:12:29: Also ähnlich wie Kališta sagt dieses Sie ist ein tick schöner reden darum geht's und wir müssen nicht alles dermaßen schwer und ernst letztlich nehmen.
00:12:41: Was sind denn aus deiner Erfahrung heraus die größten Herausforderungen von diesen Schlüsseln, die du jetzt genannt hast?
00:12:48: Wo haben Führungskräfte am meisten zu knabbern.
00:12:52: Also ich geb mal den Tipp ab!
00:12:54: Du kannst mich ja dann gerne korrigieren.
00:12:56: Ich kann mir vorstellen dass dieses Thema Akzeptanz also diese Erstpunkte, das akzeptanz und Optimismus, dass das wahrscheinlich das schwierigste ist.
00:13:04: oder wie erlebst du das?
00:13:06: oder was sind deine Erfahrungen
00:13:10: Wenn ich von mir selber ausgehe, ja Akzeptanz je nachdem um was es geht.
00:13:16: Wobei ich dann sehr schnell auch selbst in diesen Lösungsmodus reinspringe.
00:13:21: und jetzt... Ich habe gerade letzte Woche hatte ich einen Führungstraining hier also sechs wirklich hochrangige führungskräfte Geschäftsführer wo wir die aus völlig unterschiedlichen Branchen kamen wo schon einige dabei waren.
00:13:39: Akzeptanz ist schwer.
00:13:42: Aber es war auch ... Es war ein schöner Begriff, der kam irgendwann auf sich das Recht zu nehmen und das kann man jetzt bei unterschiedlichen Schlüsseln zuordnen selbst Pflege zu betreiben.
00:13:56: Pflege könnte man sagen fängt an so mit der morgendlichen Wäsche für sich selbst.
00:14:02: aber die Pflege heißt ja auch ich brauche vielleicht wie wenn ich die Wäscher wasche einen Weichspüler dazu.
00:14:08: Also was kann ich mir zwischendurch auch mal Gutes tun, damit ich in meiner Kraft bleibe?
00:14:14: Und ich habe jetzt im Nachgang ein paar Emails bekommen wo wir hatten zum Beispiel damit gearbeitet erst einmal sich selbst Komplimente zu machen also sich selbst auch wertzuschätzen anzuerkennen und dann halt Jeder, jedem ein Kärtchen geschrieben.
00:14:33: Was schätze ich an dir?
00:14:34: Und die kannten sich ja... Also es war so am zweiten Tag.
00:14:37: Sie kannten gerade mal, naja, ein paar wenige Stunden muss man eigentlich und sie waren echt begeistert und das waren so diese Rückmeldungen.
00:14:47: Ich fühl mich gesehen!
00:14:49: Ich fühle mich wahrgenommen in dem was mich auch in meinen Nöten und meinen Wünschen ausmacht.
00:14:55: Das kriegt man vielleicht so im normalen Business Alltag nicht so genau miteinander mit, aber was wir brauchen um gut funktionieren zu können.
00:15:05: Da sind wir eher noch bei einem Bereich der mit psychologischer Sicherheit zu tun hat.
00:15:12: wenn ich vertraue anderen Menschen und das heißt da könnte man jetzt diese Netzwerkorrientierung reinnehmen dann fällt es mir vielleicht auch leichter im Business Alltag.
00:15:25: Und das war die Entscheidung von drei, also von sechs Leuten.
00:15:30: Die Hälfte, die gesagt haben dieses häufige anderen Menschen kleine Komplimente machen.
00:15:37: Daraus entsteht Nähe und das kann ich zum Kollegen machen, das kann nicht zum Mitarbeitenden machen Das kann ich aber auch zu meiner Führungskraft machen.
00:15:46: und vielleicht ist es plötzlich auch so ein kleiner Musterbruch dass man nicht immer auf die Kritik schaut was muss man jetzt besser machen sondern Einfach dieses, was gerade da ist.
00:15:56: Mit einem kleinen Dankeschön ein kleiner positiver, netter Kommentar.
00:16:01: Der freut mich und freut den anderen.
00:16:04: Und das macht es uns leichter durch den Tag zu kommen.
00:16:07: Es gibt einen kleinen Trick – und das haben die jetzt tatsächlich übernommen!
00:16:10: Ich sage bewusst hochrangige Führungskräfte.
00:16:13: Steckt dir drei Münzen in eine Rosentasche und schau bei jedem Kompliment, dass du bis zum Ende des Tages die gewechselt hast auf die andere Seite deiner Rose.
00:16:24: Das heißt, wir brauchen so kleine Erinnerungshilfen, dass wir eben dann in dieses Tun hinein kommen.
00:16:30: Also noch mal ein Schritt zurück!
00:16:33: Der erste Punkt ist Fokus wählen.
00:16:36: Also worauf will ich mich im Laufe eines Tages fokussieren?
00:16:40: Und das hat mit Prioritäten setzen zu tun und es hat mir diesen positiven Emotionen zu tun.
00:16:45: Ja und das zweite ist ja immer wieder hinzuschauen, dass sich für mich eine Art Zustandsmanagement betreibe Und das kann auch sein, einfach mal kurz vom Schreibtisch aufstehen sich recken und zu strecken nach draußen zu schauen.
00:17:00: Ich sehe bei mir so aus dem Augenwinkel einen Baum durchs Fenster wo immer die Eichhörnchen rum springen.
00:17:07: Das bringt einen Kurz aus dem was man da irgendwie intensiv am Machen ist raus und es sind so kleine freunde Momente und das klingt jetzt total banal.
00:17:15: aber das macht ein Unterschied mit uns beim ganzen Organismus.
00:17:20: dann können wir auch viel leichter in Kontakt gehen mit anderen
00:17:22: Menschen.
00:17:23: Das heißt eigentlich auch so ein bisschen weggehen von dem, was für das Geflüge wohnt sind.
00:17:28: Nämlich Fokus auf die Sachebene und auf die reine Sachebene sondern auch sozusagen Beziehungsebene, emotionale Ebene.
00:17:35: mal zwischendurch fokussieren um dann wieder bessere.
00:17:39: dort ist ja auch gesagt Lösungsorientierung, Zukunftsorientierung.
00:17:42: Das kommt denn wieder danach?
00:17:43: Dann kann ich sozusagen wieder schauen wie gehe ich sachlich weiter in welche Richtung geht es?
00:17:49: Und davor nehme ich mir auch mal Zeit für den Blick nach innen, für den Blick... ...auch zu anderen Menschen hin sozusagen.
00:17:57: Auf Beziehungen auf mein Netzwerk, auf meinen positiven Ausblick und so weiter um dann gestärkt wieder weiterzugehen.
00:18:09: Genau!
00:18:10: Ja, und wenn wir jetzt die andere Seite mal nehmen.
00:18:15: Ich habe gerade ganz neuem Coaching eine Frau.
00:18:18: Sie sagt, ihre Führungskraft hätte eigentlich gerne ihren Job haben wollen.
00:18:23: Das ist immer so Hypothese.
00:18:25: Sie weiß es wahrscheinlich nicht so hundert Prozent würde ich jetzt sagen.
00:18:29: Sie erlebt aber eine große Prise Misstrauen.
00:18:33: Kontrolle!
00:18:35: Sie hatten auch zwei Personen die als Stabsstelle ihr zugeordnet sind und die hat eben ihr Chef früher direkt geführt.
00:18:44: Er will ja angeschähen bleiben, deswegen hat er Besprechungstermine mit diesen Personen eingestellt.
00:18:50: Aber eigentlich entspricht das nicht der Logik wenn wir jetzt hier reife denken die Personen sind ihr zugeordnet sie soll inhaltlich managen und dieser Typ regiert über sie hinweg.
00:19:03: Das macht sie kleiner und schwächer Und damit fängt sie an, natürlich die ganze Zeit irgendwie am Kämpfen zu sein und sich irgendwie zu verteidigen und zu rechtfertigen dagegenzuarbeiten.
00:19:15: Das ist aus meiner Sicht aus diesem Misstrauen heraus oder alles unter Kontrolle halten zu wollen oft etwas womit Führungskräfte sich selbst das Leben schwer machen.
00:19:29: Und klar, hat es natürlich mit deren eigenen Erfahrungen zu tun.
00:19:32: Aber genau das ist etwas was heutzutage wenn's jetzt um Resilientes führen geht dann brauchen wir eher eine Haltung dass wir anderen Menschen auf Augenhöhe begegnen, dass wir eher diesen Vertrauensvorschuss geben und das ist aus meiner Sicht der wichtigste Job von Führungskräften, dass sie so einen Rahmen aufmachen innerhalb dessen die Anderen sich hoffentlich gut eigenverantwortlich auch Ja, mit ihren Themen auseinandersetzen können.
00:20:01: Und deswegen auch wieder spannend wenn man sagt naja wie führe ich denn jetzt dann richtig?
00:20:09: Es gibt kein richtig sondern es ist immer wieder situativ zu entscheiden je nach Situation Je nach Mitarbeiter Mitarbeiterin.
00:20:17: was braucht's gerade?
00:20:19: brauche ich vielleicht irgendwie eine Unterstützung die derjenige geben muss?
00:20:24: ist es ein bisschen Mut zu sprechen.
00:20:27: Es ist einfach nur zuhören.
00:20:30: oder vielleicht kommt jemand schon mit drei Entscheidungsvorschlägen, wo man gemeinsam noch mal drauf schaut und dann unterstützt und sagt ja was würdest du eigentlich nehmen?
00:20:39: Was wäre deine Präferenz?
00:20:41: Ja und wenn das ins eigene System reinpasst und sagt doch wunderbar mach!
00:20:46: Also sehr unterschiedlich wie man mit solchen Situationen umgehen können dafür braucht's immer wieder Klarheit schaffen von Seiten der Führungskraft, dass die Mitarbeitenden wissen wo sie dran sind.
00:21:00: Ja und andererseits kann man dadurch auch wiederum für sicher Freiraum dann aufbauen weil ich mein mag ja selber seine Fachaufgaben auch noch zu verabreden.
00:21:10: Das zeigt natürlich jetzt auch diese große Verbindung zwischen Verhalten der Führungskraft und dem Team sozusagen.
00:21:24: Also wie verhält das Team, vielleicht auch das Team Resilienz dann in dem Sinne?
00:21:31: Gibt es noch weitere Aspekte wo du sagst okay da sieht man den Einfluss des Verhalts- und Führungskräften auf die Resilience der Mitarbeitenden.
00:21:42: also ich nannte ja eben schon den Einschlüssel diese psychologische Sicherheit, die ich da zentral empfinde.
00:21:48: Und da kommt vor allem das Thema Fehlerkultur mit rein.
00:21:53: Man kennt ja aus ganz früheren Zeiten im alten Rom der Überbringer der schlechten Nachricht, also es ist ein Fehler passiert wir haben jetzt ein großes Problem.
00:22:01: Der wurde damals geköpft.
00:22:03: Weil solche Methoden gibt's heute nicht mehr.
00:22:06: aber wenn derjenige dann persönlich angegriffen wird und es nicht als eine Lernchance gesehen wird und dass man miteinander Ja, ins Bearbeiten und Bewältigen der Situation reingeht.
00:22:19: Dann hat es natürlich Auswirkungen und Mitarbeiter lernen dann sehr schnell, oh ich sollte vielleicht eher verheimlichen Vertuschen unter ein Teppich kehren.
00:22:27: aber wir brauchen diese Offenheit vor allem also wenn möglicherweise von Lieferanten Seite irgendwie ein Problem gemeldet wird Wenn Mitarbeitende in dem Moment sagen hm ich weiß nicht wie man Chefs drauf reagiert Abwarten Dann hat es möglicherweise fatale Auswirkungen, weil gibt es verschiedenste Beispiele aus der Literatur heraus.
00:22:51: Das berühmteste ist eigentlich der Unterschied Nokia und Ericsson.
00:22:55: Nokia als die damals die Information bekam dass ihr größter Chip-Lieferant aus einem Werk in Mexiko das es dort ein Brand gab Die haben ganz schnell Reagiert und gesagt, wo gibt es andere Lieferquellen?
00:23:08: Wie kann man das entsprechend ausgleichen?
00:23:10: weil wenn Brand heißt dass bis unter Rheinraumbedingungen wieder gearbeitet werden kann.
00:23:15: Das dauert.
00:23:16: Und Jörg Sonn bei denen war er so eine Kulturarm was sagt's lieber nicht dem Chef?
00:23:21: die haben abgewartet Naja, und was es halt auf dem internationalen Markt an Kapazitäten gab hat dann Nokia schon abgeschöpft.
00:23:28: Die sind damals sofort eben zu ihrem Lieferanten hingeflogen haben gesagt okay was gibt's für Möglichkeiten?
00:23:34: Hab die andere Werke ganz schnell nach Lösungen gesucht.
00:23:37: aber das geht halt nur wenn so ein eklatantes Problem bis nach oben in die Geschäftsleitung weitergegeben wird und nicht an der untersten Ebene irgendwo tot geschwiegen wird.
00:23:47: Und das geht wiederum nur wenn Vertrauen da ist.
00:23:51: Dann der nächste Punkt, wer natürlich auch was Teams tun können ist wie gehen sie eben mit unerwarteten Situationen um.
00:23:59: Also, dass sie dann eben nicht in ihrem Routinen drin bleiben.
00:24:02: Sondern miteinander auch entscheiden und dafür braucht es wieder Freiheit auch miteinander zu entscheiden.
00:24:09: was hat jetzt Priorität?
00:24:11: wie können wir die Aufgaben umverteilen damit hier bestmögliches Ergebnis noch möglich ist?
00:24:16: Und jetzt ist ganz wichtig da haben wir bereits diese Verbindung hin zur organisationaler Resilienz.
00:24:23: nur wenn Menschen wirklich wissen geteilte Vision heißt der Schlüssel Wofür steht mein Unternehmen?
00:24:31: Was ist das Allerwichtigste, was hier bei rauskommen soll.
00:24:35: Dann kann ein Team auch für sich entscheiden und sagen wo in diesem Gesamtsystem liefern wir unseren Beitrag Und was genau müsste es denn sein?
00:24:44: damit wird trotz der Krise letztlich dann auch weiter erfolgreich sein können.
00:24:50: Naja und dann kann natürlich trotzdem dass es irgendwie etwas größeres passiert ist.
00:24:56: Ja oder jetzt nehme ich mal was kommt auch immer wieder vor, dass ein Unfall in einem Team passiert.
00:25:03: Oder ich denke gerade an einen Unternehmen mit dem ich lange zusammengearbeitet habe hat aus dem Team heraus ein junger Mensch selbst nicht begangen weil er mit der Belastungssituation nicht mehr klar kam.
00:25:18: das macht natürlich was mit dem team.
00:25:19: die sind erst mal nicht arbeitsfähig und egal was das für situationen sind Darauf muss eine Führungskraft antworten.
00:25:30: Klar, natürlich in solchen Extremsituationen es guten Psychologen dazu zu holen von Personal jemand dabei zu haben.
00:25:37: und die haben dann sofort an dem Tag wo das bekannt wurde Das ganze Team auch zusammen geholt und haben miteinander auch ne Art von Trauerarbeit geleistet.
00:25:49: Und das braucht eine gewisse Zeit.
00:25:51: da kann man nicht Business as usual machen.
00:25:54: Erst danach ist die Möglichkeit gemeinsam zu sagen, okay wie geht es jetzt weiter?
00:25:59: Was braucht vielleicht noch der Einzelne an Unterstützung.
00:26:03: Vielleicht die Person, die mit diesem Menschen direkt zusammengearbeitet hat und sagt bei euch macht mir Vorwürfe dass ich da gar nichts mit gekriegt habe.
00:26:11: auch das blockiert einfach Energie.
00:26:14: also immer wieder dieses Schauen was braucht's denn gerade wenn so ein bisschen größere schwierige Situationen da waren?
00:26:22: Ja und das gelingt auch wieder nur.
00:26:24: Also ich komme wieder zum Thema Vertrauen zurück, wenn sich da die Menschen auch miteinander öffnen.
00:26:30: Und ein Team ist ja nicht allein auf der Welt sondern es gibt Nachbarteams, die arbeiten zusammen.
00:26:37: also so Blick über den Tellerrand Auch das ist nochmal ein ganz zentrales Thema, wo's darum geht eben nicht mit Bereich oder Team Egoismen zu arbeiten.
00:26:50: Schönes Thema ist immer, wenn die Führungskreifte miteinander um die Budgets kämpfen.
00:26:55: Du nicht sondern ich will haben und wenn Engpass-Situationen sind dann wird lieber ans eigene Team als an das Gesamtunternehmen gedacht.
00:27:05: Und auch da glaube ich braucht es mehr Flexibilität, mehr einen Zusammendenken.
00:27:11: Das ist würde ich sagen tendenziell natürlich leichter wenn es nicht so riesige Unternehmen sind.
00:27:17: Und ich erlebe auch, wenn es meistens zumindest familiengeführte Unternehmen sind.
00:27:24: Wo einfach noch eher so eine Kultur des Miteinanders vorhanden ist.
00:27:28: Da geht das durchaus ein Tick leichter.
00:27:30: Ja also ich glaube was ich vielleicht nochmal aufgreifen möchte weil du vorher von dieser extremen Krisensituation in einem Team gesprochen hast.
00:27:40: Ich glaube, als Führungskraft, wie du es schon gesagt hast ist es ja dann wichtig zu sagen okay ich kann jetzt nicht Business as Usual machen sondern das muss jetzt vielleicht auch erstmal irgendwie was anders sein.
00:27:52: Aber ich fand es auch ganz wichtig zu sein ok ich nehme mir dann jetzt irgendwie einen Psychologen dazu oder jemand von Personalwesen und so.
00:27:58: also ich muss ja nicht... hundert Prozent aller Antworten in allen Krisensituationen immer haben.
00:28:04: Ich muss nur erkennen als Führungskraft, okay hier kann jetzt nicht Business as usual gemacht werden und da spielt vielleicht auch wieder diese Netzwerkeorientierung rein von der du vorhin gesprochen hast ich greife auf mein Netzwerk zurück.
00:28:17: oder wen kann ich mir dazuholen?
00:28:20: Wen kann ich aus Unterstützung noch dabei haben?
00:28:22: Ja deswegen ist es vielleicht der wichtigste Punkt was Führungskräfte lernen sollten frühzeitig auch Aufgaben abzugeben, also zu delegieren.
00:28:34: Also dieser Anspruch ich will alles unter Kontrolle halten.
00:28:38: Ich bin die beste Fachkraft.
00:28:40: möglicherweise gibt es ja immer noch solche Einstellungen.
00:28:44: Das geht heutzutage nicht mehr sondern ganz spannend fand ich als sich an der Hochschule eine Fakultät geleitet hatte Eine Fernhochschule muss ich dazu sagen und der war aber auch in unterschiedlichen Bereichen an der Hochschule mit eingesetzt.
00:29:02: Und wenn wir so das einjährige Mitarbeitergespräch geführt haben, ich hab den einmal im Monat gesehen, dann war meistens meine erste Frage, erzähl mir doch erst mal was du so alles machst?
00:29:14: Weil ich habe das aus der Distanz ja gar nicht mitgekriegt und ich war super froh dass ich denen also wirklich laufen lassen konnte und mich nicht um alles kümmern konnte weil sonst wäre ich ja gar Das ist ganz entscheidend einfach zu sagen so, was ist mein Bereich wo ich Einfluss nehme?
00:29:33: Wo ich gestalte und was können aber auch wunderbar andere machen.
00:29:39: Und dann kann ich das ergänzen nochmal mit einer Haltung Ich darf mir frühzeitig Unterstützung und Hilfe holen selbst wenn ich vielleicht auf der zweiten dritten Hierarchiestufe stehe.
00:29:54: Unterstützung sein von außen.
00:29:55: Das kann ein Kollege sein und da offen und flexibel letztlich wiederum für sich zu sorgen, weil es geht vielleicht, wenn man dann zusammen drauf schaut, Ideen zusammenwirft als wenn man meint alles alleine hinkriegen zu müssen?
00:30:12: Du hattest jetzt schon von der Teamresilienz einen Ausblick gegeben.
00:30:17: Organisation spielt auch eine Rolle, Rahmenbedingungen in der Organisation Lass uns doch vielleicht mal da drauf schauen.
00:30:26: Also es gibt ja sicherlich auch Grenzen von dem, was ich jetzt individuell oder mit meinem Team leisten kann.
00:30:31: Das müssen sicherlich bestimmte Rahmenbedingungen auch gegeben sein.
00:30:35: Was braucht's denn für Resilienz in der Organisation?
00:30:41: Oder organisationale Resilience-Zurum eigentlich?
00:30:45: Ja, organisationale Resilient meint genau wie du es gerade sagtest Es ist der Rahmen.
00:30:51: Das sind die Strukturen, das sind die Prozesse.
00:30:54: also eigentlich kann man sagen die Kultur der Organisation,
00:31:00: die eben regelt
00:31:01: wie wird hier zusammengearbeitet?
00:31:04: Wie schauen wir hier dass ein Output letztlich gibt und dazu gehört aus meiner Sicht vor allem auch welche Werte hatten Unternehmen was ist ihnen wichtig?
00:31:17: und das runter zu brechen dann wiederum ins Verhalten?
00:31:20: ja, also sowohl dann in Führungsleitlinien oder auch wie leben das dann wiederum die Führungskräfte.
00:31:29: Ja es geht auch darum welche Art von kontinuierlicher Verbesserungsprozess besteht.
00:31:35: Also gibt's da ein Controlling was einfach nur sagt so nicht und ihr müsst anders Da muss etwas anderes bei rauskommen.
00:31:44: Oder ist das immer wieder gemeinsam aufgrund Zahlenergebnissen sich hinzusetzen und sagen, was bedeutet das?
00:31:51: Was machen wir da draus?
00:31:53: Wie können wir verändern?
00:31:54: also eher so dieser gemeinschaftliche Blick auf letztlich natürlich auch Zukunftsgestaltung.
00:32:03: Und wenn es zusätzlich sowas gibt wie oder andersrum, dass eine ist erst mal ein Risikomanagement, was die Organisation auch betreiben muss Also frühzeitig einfach mitkriegen, sich sehr realistisch anschauen.
00:32:20: Wo sind Risikofaktoren für eine Organisation?
00:32:23: Großes Thema momentan Cyber Resilience was durch die Medien geht aber auch die Lieferketten.
00:32:29: ein großes Thema.
00:32:31: Wie können da mit eben in der Regel IT-Systeme sehr frühzeitig Informationen in die Organisation reinkommen?
00:32:40: Das sind jetzt Themen, da habe ich eigentlich gar keine Ahnung davon.
00:32:43: Aber ich denke das ist ganz zentral da einen wachen Blick drauf zu haben und dafür eben passend dann auch Notfallpläne aufzustellen.
00:32:52: Dann natürlich was auch dazu gehört es immer wieder zu schauen Was kann ich denn optimieren Und was es braucht, andererseits das wäre so eine vorausschauende Erneuerung.
00:33:04: Ich glaube wir brauchen ganz stark auch dieses ja, könnte man sagen Ideenmanagement im weitesten Sinne gerade in heutigen Zeiten immer wieder hinzugucken.
00:33:15: Was könnte ne neue Chance sein fürs Unternehmen?
00:33:18: Andererseits gibt's Bereiche die vielleicht grade nicht so gut laufen.
00:33:22: dann wärs gut wenn ein Unternehmen ausreichend Pufferkapazitäten hätte und Pufferkapazitäten können jetzt ganz unterschiedliche Sachen sein.
00:33:32: Das kann einerseits natürlich die Finanzen sein, das kann Personal sein, dass kann aber auch Räume sein, es kann auch ja Maschinen sein.
00:33:41: Wenn ich bei Räumen bin gibt's auch ein Beispiel Auch in sehr tragische Krise als dieser Indie Twin Towers der Einschlag von den Flugzeugen passierte war eben In diesem zweiten Tower eine Investitionsbank, Morgan Stanley.
00:34:03: Und die hatten einen Sicherheitsbeauftragten – das waren Vietnam-Veteranen und der ist immer davon ausgegangen wenn eine Bombe unten im Parkdeck explodiert.
00:34:13: Wie können wir die ganzen Menschen hier retten?
00:34:16: Und wie können wir da versorgen möglich schnell wieder funktionsfähig zu werden Und der hat es geschafft tatsächlich in diesen fünfzehn Minuten, die verblieben zwischen Einschlag erstes und zweites Flugzeug.
00:34:28: Das waren viele, viele Menschen aus dem vierzigsten und bis dreienvierzigsten Stockwerk über das Treppenhaus nach unten zu bringen.
00:34:38: Das hat er mehrfach trainiert was die Menschen nicht sehr prickelnd fanden aber ich glaube in dem Moment war uns ihm dankbar Und die hatten sogar alternative Räumlichkeiten, wo sie innerhalb von wenigen Tagen sofort wieder arbeitsfähig waren.
00:34:52: Also das heißt es kommt wirklich auf die Organisation an sehr kritisch auch drauf zu gucken was sind möglicherweise hier unsere größten Risiken und wie können wir dafür entsprechend Dinge vorhalten?
00:35:04: Wenn das gekoppelt ist mit Innovation immer wieder prüfen Wie passen denn unsere Strukturen?
00:35:10: Ja, und wenn ich... Ich habe jetzt in Kürze startet ein neues Training für einen Unternehmen.
00:35:16: Auch sehr spannend!
00:35:17: Die haben drei Bereiche.
00:35:18: In einem Bereich haben sie sogar aktuell kurzerweit.
00:35:22: Und da geht es natürlich darum wie kann von den anderen Bereichen momentan das abgepuffert werden?
00:35:28: Aber es geht auch ganz stark darum, wenn ich jetzt mit den Schichtleitern aus der Produktion arbeite.
00:35:34: Wie können die in ihren Bereichen immer wieder darauf schauen dass sie das wo die Organisation hin will?
00:35:41: Dass Sie das natürlich auch an die Mitarbeitenden dann vermitteln also dass sie da tatsächlich so was wie eine Nahtstelle auch ausfüllen um die anderen mitzunehmen.
00:35:51: und dann sind wir bei dem was wir eben besprochen haben.
00:35:54: dafür brauche ich die Vertrauenskultur.
00:35:57: Aber ich glaube, wir sollten Mitarbeitende nicht unterschätzen und sagen, dass ein Unternehmen erfolgreich ist.
00:36:03: Es wird nur da oben entschieden.
00:36:05: Sondern die müssen mitdenken können!
00:36:08: Und dann hält eine Organisation zusammen.
00:36:12: Eine Frage hätte ich noch zudem ineinandergreifen von diesen drei Arten von Resilienz über die wir jetzt gesprochen haben.
00:36:23: Also nehmen wir mal extrem Beispielorganisationen.
00:36:26: Die Organisation selbst ist nicht resilient, ist sozusagen von Krisen geschüttelt.
00:36:32: Ja also kann auch ökonomischer Art sein zum Beispiel.
00:36:37: Ist es überhaupt möglich das doch individuelle Resilienz oder Teamresilienzen auszugleichen?
00:36:43: Oder greift das alles so ineinander im Arbeitskontext dass das sehr schwierig ist?
00:36:50: Es ist komplex!
00:36:54: Ich denke an ein Projekt zurück, die waren auch in einer relativ schwierigen Situation.
00:36:59: Und wir wollten so sehr schnell die gesamte Kompetenz nutzen und haben mit einem Großgruppenworkshop gestartet für die Organisation.
00:37:09: Hat nicht funktioniert weil die Menschen gesagt hat... Die ganze Zeit sind immer schon dabei an die Organisation zu denken.
00:37:15: Wir wollen erst mal an uns denken, wir brauchen jetzt was.
00:37:18: Das
00:37:18: wird tendenziell immer bei individueller Resilienz starten um da wieder so ein Gefühl von, was kann ich denn auch steuern und beeinflussen?
00:37:29: Was brauche ich gerade da anzusetzen.
00:37:33: Und danach kommt eben mit dem nächsten Umfeld, mit dem Team oder der Organisation gemeinsam dann drauf zu schauen.
00:37:40: wie können die nächsten Schritte aussehen dass wir möglichst dieses in diesem Engpass-Situation, wie können wir uns jetzt anpassen?
00:37:49: Aber letztlich auch, wie kann man uns möglichst schnell wieder auf die Zukunft ausrichten um letztlich natürlich zu überleben und zu gedeihen.
00:37:58: Also das ist ja eigentlich die Zielsetzung jeglicher Maßnahmen.
00:38:03: aber ich glaube wir brauchen erst dass wir kurz innehalten, dass wir bei uns selbst ansetzen weil es nützt ja nichts wenn man die Organisierung gerettet hat und selbst dann vielleicht im Burnout landet.
00:38:17: Okay, vielen lieben Dank Jutta für diesen spannenden Durchflug durch die Arten der Resilienz.
00:38:26: Was kann das Individuum tun?
00:38:27: Was können wir auf Team-Ebene tun und was kann die Organisation tun?
00:38:32: Vielleicht zum Abschluss nochmal.
00:38:33: Was ist dir noch mal wichtig als Botschaft zum Abschluß für Führungskräfte mitzugeben?
00:38:39: also was sollte man aus dieser Podcast Episode mitnehmen?
00:38:46: Wenn ich es auf drei Tipps runterbrechen würde, dann ist es auf jeden Fall dieses Prüf immer wieder und das möglichst schnell kontinuierlich.
00:38:57: worauf willst du deinen eigenen Wahrnehmungsfokus richten?
00:39:02: Und dass hat damit zu tun was man selber gerade braucht.
00:39:05: Was sich mitkriege, was das Team gerade braucht ja und von diesem Problem Modus denken möglichst innen dann Lösungsmodus freien zu kommen.
00:39:15: Das zweite ist unbedingt die positiven Emotionen ankurbeln, dass wir damit einfach leichter durch unsere Tage hindurchkommen und das hoffentlich gut auch im Kontakt mit andere und anderen miteinzubeziehen.
00:39:26: Und das dritte wäre was wir immer dabei haben es unser eigener Körper habe ich jetzt noch gar nichts von gesagt aber ich finde dieses Thema Embodiment ein großes Themenfeld in der Psychologie.
00:39:38: da können wir so viel Gutes für uns tun.
00:39:41: Und das kann sein vielleicht zwischendurch, wenn einem was zuviel ist, mal aufstehen und sich schütteln und die Dinge einfach loszulassen.
00:39:50: Das könne ganz einfache Atemtechniken sein, bewusst quasi ausatmen und dadurch ein bisschen Raum zu schaffen, Distanz zu dem Thema mit dem ich gerade möglicherweise kämpfe und mich auseinandersetze.
00:40:04: Also tatsächlich... uns da selbst zu steuern und das hat letztlich auch was mit Stressmanagement zu tun.
00:40:13: Ich verwende dafür ganz gerne so ein Ampelsystem, also was ist ein grüner Zustand?
00:40:18: Was is'n gelber Zustand oder was ist'n roter
00:40:20: Zustand?".
00:40:21: Das wäre meine Botschaft, liebe Führungskräfte, nimmt früher wahr dass ihr in diesem gelben Bereich seid weil es kein neues normal sondern das sollte wirklich Jan Wahn Hinweis sein für einen selber, dass man genauer hinschaut und das kann dann auf der Ebene sein.
00:40:40: Gedankenkörper ist eine Verhaltengefühle Und eben auch ja wie bin ich im Kontakt mit anderen Menschen?
00:40:51: Schön, dass du das Thema Körper noch mal angesprochen hast.
00:40:54: Da hatten wir jetzt gar nicht dran gedacht.
00:40:55: aber klar super wichtiges Thema gibt ja auch Studien zum Beispiel die sagen dreißigminütiges Ausdauertraining hilft sogar bei psychischen Erkrankungen und dass es da positive Effekte geben kann.
00:41:07: Aber genau wie du sagst im Alltag kann man ja auch kleinere Sachen machen, kürzere Sachen werden die dann auch schon positiv sich auswirken.
00:41:15: Ja, Ausdauertraining wäre jetzt nicht unbedingt mein Favorit
00:41:19: Teil
00:41:20: cool ist, also es gibt vom Max-Planx-Institut, gibt's Untersuchungen die sagen Wenn wir fünfzehn Minuten nach draußen in den Natur gehen und vor allem wenn wir diese Natur und v.a.
00:41:32: auch Tiergeräusche Vogelgezwitscher hören Das beruhigt unser Nervensystem nachweislich Und fünfzehnt Minuten kleiner Spaziergang raus in der Natur hilft total Und es gibt da einfach einen Hintergrund, das heißt gerade auch die Tiere kriegen mit.
00:41:49: Man weiß also vor Vulkanausbrüchen zum Beispiel schweigt die Natur Es ist nichts mehr zu hören und das heißt die Tiere fühlen sich sicher wenn sie entsprechend zwitschern oder irgendwie unterwegs sind.
00:42:02: Das hilft uns dann wiederum auch.
00:42:04: Ja sehr schön Super, vielen lieben Dank Jutta.
00:42:08: Wo findet man denn jetzt mehr über dich?
00:42:10: Wenn man da nochmal tiefer reingehen möchte vielleicht auch mit dir zusammenarbeiten möchte.
00:42:16: Ja ganz einfach auf meiner Homepage es gibt einen großen Bereich.
00:42:19: wer erst mal noch mehr wissen haben möchte zu Resilienz Wissen das kostenfrei verfügbar viele Beiträge Artikel auch mit Übungen dabei Ja, und darüber hat man natürlich auch meine Kontaktdaten.
00:42:33: Wer regelmäßig immer wieder was Neues lesen möchte findet mich auf LinkedIn.
00:42:39: Da habe ich mindestens einen Beitrag.
00:42:42: aktuell sind es meistens drei pro Woche meistens in der Früh um acht veröffentlicht wo es einfach kleine Impulse gibt.
00:42:50: Und natürlich, ja, kann ich auch sagen.
00:42:52: Klar meine Bücher können mal kaufen und lesen und sich damit auch was Gutes tun sind vielleicht ganz nette Geschenke.
00:42:58: auch Ich habe so kleine Büchlein die auf eine einfache Art und Weise Themen erklären mit einem Kengeru in der Verbindung.
00:43:06: Es sind keine Kinderbücher es sind aber wunderbare Zeichnungen.
00:43:09: Die ist einfach dann nochmal ein bisschen leichter machen.
00:43:12: Das sind schöne Weihnachtsgeschenke Vielleicht auch für Teammitglieder.
00:43:15: Weihnachten ist ja bald
00:43:17: Ja genau
00:43:18: Und wir werden natürlich alles dann nochmal den Show-Notes verlinken.
00:43:21: Das heißt, man kann da natürlich auch direkt auf deine Homepage den Weg finden und auf dein Link im Profil.
00:43:26: Ja genau!
00:43:28: Dankeschön
00:43:28: für deine Zeit, danke für die Einblicke und ich hoffe natürlich dass die Zuhörerinnen und Zuhöhre einiges für sich mitnehmen konnten.
00:43:35: Vielen lieben Dank dir!
00:43:37: Danke dir Jasmin!
00:43:39: Dann hoffe ich auch, dass wir uns beim nächsten Mal wiederhören in der nächsten Veränderungskatalisatorepisode.
00:43:44: bis dahin eine gute Zeit.
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